Norder Männergesangverein von 1857 e.V.


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Fasching-3

Chronik

In jedem Menschen schlummern bis zum Karneval zwei Wünsche, die dann klar zu Tage treten, hat Heinrich Böll einmal in einer großen Frankfurter Zeitung geschrieben: Der Wunsch, ein anderer zu sein, und der Wunsch, sich die Wahrheit zu sagen! "Ein anderer zu sein", also dieses Motto hatte das lustige Volk unter den Masken und Kostümen des Zigeunerballs mit Sicherheit von Herzen befolgt. Und was denn die "Wahrheit" betrifft: So mag der in den wie immer populären Bars des "Deutschen Hauses" zur Genüge genossene Sekt, "ostfriesische Landwein" und Gerstensaft das Seine dazu beigetragen haben, die Zungen der Kartenlegerinnen, Wahrsager, Tänzer und Gaukler zu lösen, die dieses ungarische Zigeunerfest so überreichlich bevölkerten.

Die Musik war schmissig, aber weniger zigeunerisch: Die Norder Tanz-Combo heizte das schwüle Klima mit eher amerikanisch klingenden flotten Rhythmen stark an, was das leicht geschürzte Völkchen indessen nur zu immer tolleren Superleistungen auf dem Gebiet der Zigeuner-Aerobic begeisterte: Wirklich enorm in Form, joi, joi, Mama! Ah, wenn denn die rassigen Julischkas und Erdans ihre flotten Tanzbeinchen über das glatt gebohnerte Tanzparkett wirbelten, war Norden versunken wie Vineta, und aus den Wogen des Vergnügens stieg irgendein imaginäres Zigeunerlager in der weiten, sternüber-glänzten Pußta der Phantasie auf. Dazu trug die vom KURIER bereits geschilderte prächtige Dekoration mit ihren stimmungsvollen Wandbildern natürlich stark bei.
Joi, joi, Mama! Auch das alte, ewig junge Spiel der Partner und Partnerinnen lief natürlich: Man sah sich, man sah sich tief in die Augen und. auf den Mund und... Schließlich gab es in diesem Zigeunerlager des MGV genügend schummrige Ecken für zwei, die endlich einmal allem sein wollten unter nur einem halben Tausend Leuten. Dieses Zigeunerfest wird seinen begeisterten Teilnehmern sicher noch lange in bunter Erinnerung bleiben: Was die Kostüme betrifft, war es das farbenprächtigste, das der MGV seit langem gesehen hat, joi, joi, Mama!
Ende der achtziger Jahre ging die Zeit der großen Bälle langsam zu Ende. Ein Generationswechsel bahnte sich an. Die Discotheken wurden immer mehr zum Anziehungspunkt für die Jüngeren. Die 40 bis 50-jährigen kamen nicht mehr, die "Disco-Generation" blieb dem Fest fern und feierte lieber auf ihre Art.
Die "Golfkrise" im Jahre 1991 führte dazu, dass fast alle Feierlichkeiten in dieser Zeit abgesagt wurden. Im Jahre 1992 wurde dann nochmals ein Versuch unternommen, an die Erfolge der früheren Jahre anzuknüpfen, es blieb jedoch leider bei dem Versuch....
Nur ca. 150 Gäste und Sänger feierten den letzten Faschingsball unter dem treffenden Motto "Müllparty". Das war das Ende vieler rauschender Ballnächte.

Chronik-10

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